Unsere Gene sind nicht unser Schicksal!

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Schon bewusst (?) … …, dass wir, anders als lange vermutet, unseren Genen nicht schicksalhaft „ausgeliefert“ sind? Ergebnisse aus dem, noch vergleichsweise jungen, Forschungsgebiet der Epigenetik haben gezeigt, dass wir mit unserem Verhalten und unseren Lebensbedingungen unsere Gene verändern. Unsere DNA enthält „Schalter“ die ermöglichen, dass z.B. eine genetische Disposition für Krankheiten ein oder aus geschaltet werden können. Hierbei spielen beispielsweise Stress, Ernährung und Emotionen eine große Rolle.

(aus Bruce H. Lipton, Ph.D.: „Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern“)

Das Forschungsgebiet der Epigenetik

Epigenetik wird definiert als „das Fachgebiet der Biologie, das sich mit der Frage befasst, welche Faktoren die Aktivität eines Gens und damit die Entwicklung der Zelle zeitweilig festlegen“ (Wikipedia). Wie ich finde, ist die Epigenetik aktuell mit eines der faszinierendsten Forschungsgebiete. Sie stellt mit ihren Erkenntnissen eine Menge bisher geglaubter Lebensvorstellungen schlicht auf den Kopf und wirkt hierbei fast mystisch. Nach Jahrzehnten, in denen ich mit dem Glauben aufgewachsen bin, dass wir Menschen in vielem schon von Geburt an, über unsere Gene, dominiert sind, zeigt sich nun ein ganz neues Bild der Zusammenhänge. Es sind die Umweltsignale, die die Aktivität unserer Gene steuern. Damit ändert also unser Leben und wie wir es führen unsere Gene und nicht primär anders herum. Was für eine Erkenntnis für unser Leben! Hierbei gibt es nach meiner Auffassung zwei ganz wesentliche Aspekte – den der machtvollen Einflussnahme und den der Verantwortung.

Die Epigenetik zeigt uns machtvolle Möglichkeiten für unser Leben

Machtvoll ist, dass wir mit der Wahl, der uns und damit unseren Genen beeinflussenden Lebenswandels entscheidend auf unsere Gene wirken. Ja, sogar in Teilen selbst darüber entscheiden, wie gesund und wie lange wir leben. Auch in Bezug auf Krankheiten, bei denen es eine erbliche Disposition gibt, sind wir am Ende mit dem, wie wir damit umgehen diejenigen, die den „Schalter“ dazu aktivieren oder eben nicht.

Ein sehr schönes Beispiel dieser Macht zeigt sich auch in der sogenannten Telomerase. Wikipedia definiert die Telomerase als „ein Enzym des Zellkerns, welches aus einem Protein- (TERT) und einem langen RNA-Anteil (TR) besteht und somit ein Ribonucleoprotein ist. Dieses Enzym stellt die Endstücke der Chromosomen, die sogenannten Telomere, wieder her.“ Die Telomere haben vor allem eine ganz wesentliche Funktion, in dem sie den Informationsverlust, während der Gen-Reproduktion, verhindern. Sind im Laufe des Lebens der Zelle die Telomere durch häufige Zellteilung abgenutzt und in ihrer Länge reduziert, erzeugen die Kopien der DNA fehlerhaft funktionierende Proteine. Die Zelle funktioniert immer schlechter und stirbt dann schließlich ab. Dieser Prozess jeder unserer Milliarden von Zellen ist letztlich auch der, der über unsere Alterung und unsere eigene Lebensspanne mindestens mit, wenn nicht sogar gänzlich, entscheidet. Mithilfe des Enzyms Telomerase lassen sich die Telomere verlängern und sie ist damit eine Art „Jungbrunnen“ für uns. Nun kommt das machtvolle an dieser Erkenntnis: Eine wissenschaftliche Studie hat ergeben, dass Mithilfe von Achtsamkeit und entsprechenden Meditationen eine Gruppe von Brustkrebs-Patientinnen die Länge ihrer Telomere erhalten konnte. Die Kontrollgruppe, ohne diese Maßnahme, musste eine Verkürzung der Telomere hinnehmen. Dieses Beispiel sei hier exemplarisch benannt und ist bei Weitem nicht der einzige, bislang erforschte, „Machtfaktor“ für uns.

Die Epigenetik als Aufforderung zur Eigenverantwortung

Wie immer zeigt sich auch hier: Wer viel Macht hat, hat auch eine große Verantwortung. In diesem Fall geht es um die Verantwortung, die wir zunächst einmal für uns haben. Das obige Beispiel der Telomere zeigt, dass wir eine Wahl haben, etwas für uns zu tun. Ergeben wir uns, ohne geeignete Maßnahmen, dem beschriebenen Alterungsprozess unserer Zellen, so ist dies unsere Entscheidung. Verzichten wir z.B. auf Achtsamkeitspraktiken, so verzichten wir hierdurch gleichzeitig auf die signifikante positive Veränderung unserer Genfunktionen. Ebenfalls zeigt uns die Epigenetik, dass wir, selbst bei nachweislich erblichen Dispositionen, z.B. zu Übergewicht und Krankheiten, in der Lage sind, auf unsere Gene einen, für uns förderlichen Einfluss zu nehmen. Die Verantwortung liegt dann darin, es auch zu tun und sich darüber bewusst zu sein, was die Folgen sind hier „untätig“ zu sein. Und allemal nicht förderlich, so ein epigenetischer Zusammenhang, ist das Beklagen über die uns angeblich in die Wiege gelegten Einschränkungen auf unser Leben.

Für viele vielleicht mindestens genauso wesentlich ist, dass mit der Epigenetik die Verantwortung sich auch auf die nächsten Generationen erstreckt. „Die Forschungen bestätigen auch, dass Eltern schon in den Monaten vor der Empfängnis als „Gentechniker“ ihrer Kinder am Werk sind. … Die Untersuchungen lassen vermuten, dass die Lebensumstände der Eltern während der genomischen Prägung auf den Körper und den Geist des Kindes einen großen Einfluss haben.“ (Bruce H. Lipton, Ph.D.: „Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern“)

Wie kannst du deiner Verantwortung aus der Epigentik gerecht werden

Die Möglichkeiten hierfür etwas zu tun sind sicherlich fast unerschöpflich. Beispielhaft seien hier benannt: Sport, Ernährung, Resilienzsteigerung, Achtsamkeit, Meditation, lösen von Blockaden und Ängsten, Verarbeitung von Emotionen. Vielleicht hilft dir auch festzustellen, in welcher Lebenssituation du dich aktuell befindest. Schau dir hierzu gerne auf meiner Website den Absatz „Wie Resilienz und emotionale Leichtigkeit auf dein Leben wirken“ an.

Wenn du mehr zum Thema Epigenetik wissen möchtest, hier zwei Empfehlungen, die ich als sehr aussagekräftig zum Thema empfinde:

Buchempfehlung: Bruce H. Lipton, Ph.D.: „Intelligente Zellen – Wie Erfahrungen unsere Gene steuern“

Fernseh-Dokumentation: https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/quarks-und-co/video-mach-was-aus-deinen-genen-100.html

Anke Bolter – Morpho-Coaching® Hamburg